Medien und Gewalt

Medien und Gewalt - Umsetzung konkret

Die Auseinandersetzung mit Medien muss in vorschulischen Einrichtungen mit der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beginnen. Six und Grimm (2007, S. 281) stellten bereits 2007 in ihrer Analyse fest, dass die Mehrheit der pädagogischen Fachkräfte sich auf ein nur unzureichendes Wissen stützen könne. Dies betrifft die von Kindergartenkindern bevorzugten Medienangebote, die Bewertung von Medien und einzelnen Medienangeboten sowie die Mediennutzung von Kindern. Daran hat sich bis heute nur wenig geändert. Medienpädagogik im Kindergarten kann nie auf die Kinder allein beschränkt sein, immer sollten die Eltern einbezogen werden.

Über die Bedeutung von Medien heute informiert sein
Der 2013 veröffentlichte 14. Kinder- und Jugendbericht macht auf die Bedeutung der Medien für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen aufmerksam (M1). Insbesondere kommt dabei auch zum Ausdruck, dass bereits sehr früh eine „digitale Spaltung“ zwischen verschiedenen Milieus sichtbar wird. In bildungsferneren Schichten ist ein eher konsumorientierter Umgang mit Medien zu beobachten, während in bildungsnäheren Schichten ein eher interaktiver und kreativer Umgang festzustellen ist.

Mediennutzung und Kindermedien kennen
Voraussetzung für medienpädagogische Arbeit ist, über das Medienverhalten der Kinder und die von ihnen genutzten Medien(-inhalte) informiert zu sein. Denn eines der grundlegenden Probleme des Um-gangs mit Gewalt in Medien ist, dass Eltern und Fachkräfte häufig weder die Sendungen, die Kinder sehen, noch über die Computer-spiele, die Kinder spielen, aus eigener Anschauung informiert sind. Das Ausmaß und die Inhalte ihrer Mediennutzung wird von Kindern meist beiläufig kommuniziert. In Elternabenden kann mit Hilfe von M2 das Thema gezielt aufgegriffen werden.

Mit Problembereichen umgehen
Viele Problembereiche sind mit einem „zu viel“ und „zu früh“ verbunden. Beides überfordert Kinder. Insbesondere Gewaltinhalte können Kinder ängstigen und im Extrem zu Traumatisierungen führen. Zu wissen, welche Inhalte angstmachend sein können und Möglichkeiten des Umgangs mit dieser Angst zu kennen, ist deshalb wichtig. M3 beschreibt die Bedeutung von Angst für Kinder und mögliche Umgangsweisen damit. M4 thematisiert Kriegsangst bei Kindern und M5 gibt Hinweise der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien für Erziehende wieder.

Orientierung geben, Qualitätskriterien entwickeln
Medienkompetenz zu entwickeln, ist immer auch damit verbunden, Auswahl- und Qualitätskriterien für „gute“ altersentsprechende Medien zu kennen. Die Auseinandersetzung mit von Fachleuten entwickelten Kriterien ermöglicht es, einen eigenen Standpunkt zu finden. Eltern werden Qualitätskriterien eher akzeptieren, wenn diese mit ihnen gemeinsam entwickelt und diskutiert wurden. Solche Kriterien sollten immer auch an konkreten Beispielen anschaulich gemacht werden. M6 zeigt Kriterien für gute Bücher. M7 greift die Kriterien für Kindersendungen der Internetseite „Flimmo“ auf und M8 stellt Anfragen an Computerspiele.

Kreative Handlungsmöglichkeiten erproben
Medien selbst in vielfacher und kreativer Weise zu gestalten, anderen zu präsentieren und mit ihnen darüber zu reden, ist der Kern von Medienpädagogik. Hierzu bedarf es keiner besonderen Anlässe. Dies kann in den normalen Tagesablauf so integriert werden, wie andere Bereiche auch. Dabei müssen nicht immer alle Kinder gleich beteiligt sein. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn spezielle Medienprojekte durchgeführt werden. M9 zeigt hierzu eine Fülle von kreativen Möglichkeiten. M10 greift den Bereich Fotogeschichten und Fotodokumentationen auf. Anhand der Bastelbogen (Trickfilm und Daumenkino) von M11 und M12 kann das Prinzip des bewegten Bildes (Einzelbilder, die schnell hintereinander ablaufen) veranschaulicht werden.

Ein medienpädagogisches Konzept entwickeln
Vor dem Hintergrund vielfältiger Einzelaktivitäten kann und sollte ein medienpädagogisches Konzept entwickelt und möglichstauch schriftlich festgehalten werden. Dieses Konzept sollte Antworten auf folgende Fragen bieten: Warum machen wir Medienarbeit? Wo wollen wir hin? Wie sollen Medien in den Alltag integriert werden? Welche speziellen medienpädagogischen Projekte wollen wir anbieten? Wo müssen und können wir uns qualifizieren? Wen können wir beratend einbeziehen? Wie können Eltern mitarbeiten?

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