Ein humanistisches Menschenbild

Orientierungen
In der Pädagogik wird zwischen Methoden und Konzepten auf der einen und prinzipiellen Einstellungen und Haltungen auf der anderen Seite differenziert. Wenn Ansätze der Gewaltprävention nicht nur instrumentell angewendet werden sollen, bedürfen sie der Erdung in spezifischen Haltungen und Orientierungen. Zu diesen Orientierungen gehören:

Gewaltprävention Vorschule und Kindergarten

  • ein humanistisches Menschenbild
  • der pädagogische Blick
  • ein systemischer Ansatz
  • Erkenntnisse der Resilienzforschung
  • die pädagogische Beziehung
  • eine „gute“ Qualität der Einrichtung
  • die Entwicklung einer Kultur des Friedens.

Ein humanistisches Menschenbild
Menschen suchen Klarheit und Eindeutigkeit, das Entweder – Oder, hier der Täter, dort das Opfer; hier die Guten, dort die Bösen, wobei man sich selbst stets auf der Seite „der Guten“ sieht.

Auch im Kontext von Aggression und Gewalt findet diese Zuspitzung statt. Häufig handelt es sich dabei um die Abspaltung und Projektion psychisch unliebsamer Anteile nach außen: Das Böse („die Aggressiven“), das sind die Anderen. „Der Gewalttäter wird als ein Feindbild aufgebaut, mit dem wir nichts gemein haben und den wir immer schärfer und unnachsichtiger ausgrenzen müssen“, meint der Kriminologe Michael Walter (2004).

Von Goethe stammt die Bemerkung: „Wenn ich von den Verbrechen lese, so habe ich die Empfindung, dass ich fähig wäre, ein jegliches davon selbst zu begehen“ (zit. nach Eisenberg 2010, S. 296). Aus der Polarität des „Entweder – Oder“ wird hier ein „Sowohl – Als auch“. Die Grenze verläuft also nicht zwischen den „guten“ und den „bösen“ Menschen (schon gar nicht bei Kindern), sondern mitten durch jeden von uns (ebd). Wir alle sind „gut“ und „böse“ zugleich, und es hängt von den Umständen ab, welche Seite dieser Ambivalenz schließlich lebensbestimmend wird.

Das humanistische Menschenbild geht von der Gleichheit und Gleich-wertigkeit aller Menschen aus. Menschen sind einmalig und wertvoll. Sie haben einen Anspruch darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen. Für Erich Fromm gehört zum Grundverständnis des Humanismus:

  • „Erstens der Glaube an die Einheit des Menschen, also die Überzeugung, dass es nichts Menschliches gibt, was nicht in jedem von uns zu finden wäre.
  • Zweitens die Betonung der Würde des Menschen und 
  • drittens die Betonung der Fähigkeit des Menschen, sich weiter zu entwickeln und zu vervollkommnen“ (Fromm, GA IX, S. 19; zit. nach: Johach 2011, S. 121).

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