Gewalt gegen Kinder

Gewalt gegen Kinder - Umsetzung konkret

Um Gewalt gegen Kinder richtig wahrnehmen zu können, ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, wo und wie Kinder Gewalt erleben. Die Materialien ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung und Klärung.

Übersicht Gewalt gegen Kinder
M1 zeigt in einem Schaubild überblickartig, was Gewalt gegen Kinder ist und welche Bereiche unterschieden werden müssen. Wo und wie Kinder Gewalt konkret erleben und wer dabei die Beteiligten sind, kann mit Hilfe von M2 erarbeitet werden. Wie die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin Kindesmisshandlung und Vernachlässigung definiert, zeigt ein Auszug aus dessen Leitlinie (M3).

Erziehungsgewalt
Gewalt als Erziehungsmaßnahme oder im Kontext von Erziehungsmaßnahmen ist, obwohl verboten, weit verbreitet. Die Daten der repräsentativen Umfrage von Forsa (M4) liefern hierzu konkrete Zahlen und Zusammenhänge. Über 20 % der Jugendlichen berichten von körperlicher Gewalt durch ihre Eltern (M5).

Belastungsfaktoren
Der Hessische Leitfaden für Arztpraxen „Gewalt gegen Kinder“ benennt konkrete Belastungsfaktoren im Bereich des Kindes, der Eltern und der sozialen Rahmenbedingungen (M6). Um eine mögliche Stigmatisierung zu vermeiden, werden diese Belastungsfaktoren jedoch ausdrücklich noch nicht als Risikofaktoren für das Auftreten von Gewalt gesehen. (Zu den Risikofaktoren siehe Kap. 3.1)

Sexualisierte Gewalt
Über die Häufigkeit sexualisierter Gewalt bei Kindern gibt es nur wenige Daten. M7 stellt die Ergebnisse der 2011 in der Schweiz durchgeführten „Optimus­Studie“ dar. Die Risikofaktoren für sexualisierte Gewalt hat das beim Deutschen Jugendinstitut durch-geführte Projekt „Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen“ erforscht. M8 stellt diese Risikofaktoren dar.

Ist Beschneidung Gewalt?
Was als Gewalt gegen Kinder gesehen und verfolgt wird, ist auch eine gesellschaftliche Übereinkunft. So hat in den letzten Jahren eine heftige gesellschaftliche Diskussion über die Beschneidung von männlichen Säuglingen und Kleinkindern stattgefunden. Der Deutsche Bundestag beschloss, dass unter bestimmten Bedingungen diese Beschneidung erlaubt sei. Kinderärzte sprechen dennoch von einem Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Kindes, der schwere Folgen haben könne (M9).

Auswirkungen
Gewalt hat vielfältige Folgen, die weit über das unmittelbare Erleben hinausgehen (M10). Insbesondere Verhaltensauffälligkeiten aber auch psychosomatische Reaktionen sind festzustellen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Folgen für Mädchen und Jungen verschieden sein können.

Ärzte werten Ohrlochstechen bei Kindern als Körperverletzung
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte kritisiert das Ohrlochstechen bei kleinen Kindern. Nach dem Streit über die Beschneidung von männlichen Säuglingen und Kindern wächst nun die Kritik am Stechen von Ohrlöchern. „Ohrlochstechen ist aus unserer Sicht eine Körperverletzung und ebenso ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Kindes wie die Beschneidung“, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann.

Es sei „teilweise abenteuerlich“, was Kindern schon im Säuglingsalter zugemutet werde, sagte Hartmann. Das Loch im Ohrläppchen sei eine irreversible Schädigung, da es nicht mehr zuwachse. (www.stern.de/panorama/debatte-nach-berliner-gerichtsurteil-aerzte-werten-ohrlochstechen-bei-kindern-als-koerperverletzung-1888044.html <6.8.2013>)

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